Hufbeschlag
Ohne Huf kein Pferd
Gesunde Hufe sind das A und O für ein leistungsfähiges zufriedenes Pferd. Daher hat das myhorse24 Team auf dieser Seite, eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Themen rund um den Huf für Sie zusammengestellt.
Warum braucht ein Pferd überhaupt Hufpflege oder sogar Hufeisen?
In der freien Natur lebenden Pferde haben wesentlich härtere Hufe, bedingt durch andere Bodenverhältnisse und bessere Bewegungsmöglichkeiten. Das heutige Reitpferd ist unnatürlichen Verhältnissen ausgesetzt. Der Alltag der meisten Reitpferde besteht aus 22 Stunden Stallruhe und maximal zwei Stunden Bewegung.
Während der Stallruhe ist das Pferd schlechten Bodenverhältnissen (Urin, Kot, schlechte Bewegung) ausgesetzt, wodurch Wachstum, Durchblutung und Abnutzung der Hufe gestört sind. Um das Pferd auch weiterhin als Reitpferd nutzen zu können, muss der Hufschmied in regelmäßigen Abständen diese unnatürlichen Verhältnisse, durch Korrektur der Hufe oder sogar durch Hufeisen ausgleichen.
Besser wäre es jedoch, das Pferd so oft wie möglich natürlichen Verhältnissen auszusetzen.
Da artgerechte Pferdehaltung nicht immer möglich ist, werden im Folgenden die hierdurch entstehenden Probleme und Behandlungsmethoden aufgeführt.
Wie entstehen ausgebrochene und spröde Hufe? Was kann man dagegen tun?
Wie viele kennen dieses Problem? Die Hufwand bricht immer mehr weg, das Hufeisen klappert ständig oder es ist schon nicht mehr möglich, das Eisen zu befestigen. Es kann auch sein, dass der Tragerand so weit weggebrochen ist, dass die Sohle zum Tragen kommt und das Pferd lahmt.
Mögliche Gründe, wie es zu solch einem Huf kommen kann, sind:
a) Ein Grund für das Ausbrechen der Hufe nach Meinung erfahrener Hufschmiede, ist das Abspritzen der Hufe mit Leitungswasser. Viele sagen jetzt, dass es doch natürlich wäre, dass der Huf mit Wasser in Verbindung kommt. Dem ist zwar nicht zu widersprechen, jedoch haben sich die natürlichen Verhältnisse geändert. Das Leitungswasser ist nicht mehr dasselbe wie vor 50 Jahren. Es ist, wie man so schön sagt, hart geworden. Das heißt, der Anteil an Kalk und anderen Stoffen ist sehr hoch. Dieses Wasser macht den Huf spröde und rissig. Außerdem setz sich, bei beschlagenen Hufen, das Wasser, durch die alten Nagellöcher im Huf fest und fördert dort einen Fäulnisprozess im Bereich der weißen Linie. Es entsteht durch den Fäulnisprozess ein Hohlraum unter der Hornwand. Wird jetzt diese Hornwand belastet, so bricht sie weg.
b) Die regelmäßigen Hufbeschlagstermine werden nicht eingehalten. Wenn ein Pferd schon Eisen benötigt, dann sollte man die Beschlagsperioden von 6-8 Wochen einhalten. Überschreitet man diese Beschlagsperiode, so führt dies dazu, dass die Hornwände zu lang werden und die Hufe über das Eisen hinauswachsen. So wird der Druck auf die Hornwand größer und das Horn bricht weg.
c) Reiten auf hartem Boden. Die Gefahr, dass das Huf ausbricht, ist auf hartem, steinigen Boden größer. Deshalb sollte man den Huf zuerst auf hartem sandigen Boden trainieren, bevor man "Barfuß" auf der Straße reitet.
d) Ausgebrochene Hufe durch schlecht gemistete Ställe und falsche Einstreu. Der Fäulniseffekt entsteht auch, wenn das Pferd in einem schlecht gemisteten Stall steht. Dabei dringt das im Huf klemmende, jauchedurchträngte Stroh, unter das Eisen und kann so ebenfalls die weiße Linie angreifen.
Nähere Erläuterung:
Die Matratze aus Stroh sieht zwar oberflächlich trocken aus, jedoch beim Auftreten auf das mit Jauche getränkte Stroh oder Holzspänen, wird dieses aus dem Hohlräumen herausgedrückt und der Huf steht somit in einem Sumpf aus Urin und Kot.
Die Wärme des Stalls bewirkt, dass sich in diesem Sumpf aus Urin und Kot durch chemische Prozesse Ammoniak bildet. In Verbindung mit Feuchtigkeit entsteht daraus dann eine starke Lauge, genannt Salmiakgeist.
Da Hufhorn ein Eiweiß ist, wird es von dieser starken Lauge angegriffen und zersetzt.
Das einmal geschädigte Hufhorn kann nun von Bakterien um so leichter angegriffen werden.
Da Weichhorn empfindlicher als Harthorn ist, sind die ersten Anzeichen einer Zersetzung - Strahlfäule - und - Fäulnis im Bereich der weißen Linie -.
Im fortgeschrittenen Stadium werden Hornwand und -sohle angegriffen.
Bei Sägespänen und Torfmull wird diese Wirkung verstärkt, da sie stark hydroskopisch, d.h. wasserentziehend wirken.
Sie entziehen dem schon angegriffenen Huf zusätzlich Feuchtigkeit und schwächen dadurch die Abriebfestigkeit des Hufes.
Wichtig: Da es jedoch nicht jedem Pferdebesitzer möglich ist, auf die Stallhaltung Einfluss zu nehmen, so sollte er zumindest durch die richtigen Pflegemittel die Hufhornqualität stärken und schützen.
e) Instabile Hornqualität durch Reiten auf hartkörnigen Sandboden.
Dieser Sand wirkt jedoch, bei schon geschwächter Hornqualität, wie Schmirgelpapier und zerstört die Glasurschicht, die den Wasserhaushalt regelt. Wiederum bekommen wir ausgetrocknete und spröde Hufe, die dazu neigen, weg zu brechen.
Zusammenfassung
Das heutige Leitungswasser und die Einstreu in Verbindung mit Jauche setzen beim Huf einen Fäulnisprozess in Gang und machen das Horn spröde. Auch der Boden, ob beim Reiten oder im Stall haben Schuld an diesem Geschehen. Die Folgen bei allen Punkten sind, dass der Huf instabil wird und schließlich ausbricht.
Wie kann ich den Huf schützen oder einen angegriffenen Huf heilen?
a) Die Hufe nicht mehr mit Leitungswasser abspritzen, sondern mit einer Wurzelbürste (auf keinen Fall mit einer Drahtbürste!) säubern. Wenn das Pferd, z.B. nach einem Ausritt unbedingt abgespritzt werden soll, bitte die Hufe zuerst einölen.
b) Die Hufe höchstens 2-3 mal wöchentlich innen (Sohle, Strahl) und außen (Hornwand und Kronrand) mit Huföl behandeln.
c) Bei vorhandenen Hufbeschädigungen sollte man über eine andere Art der Stallhaltung nachdenken.
Die übliche Eintreu (Stroh und Sägespäne) sind ungeeignet und müssen abgeändert werden.
Vorschläge/Tipps: Das Beste ist eine Offenstallhaltung, da die Pferde jetzt die meiste Zeit auf Naturboden stehen. Als Kompromiss sollte man im Winter eine kleine Ecke mit Stroh auslegen.
Eine weitere Alternative sind Stallmatten.
d) Tägliche Bewegung schadet dem Pferd nicht. Sie regt die Durchblutung in den Hufen an und fördert so gesunde Hornqualität. Oder: Das Pferd sollte so oft wie möglich den natürlichen Bedingungen näher gebracht werden.
Wie behandel ich die spröden und ausgebrochenen Hufe? (Vorbeugung und Behandlung)
1.Die Vorbeugemaßnahmen beachten und einhalten!
2. Unser Ziel ist es, das Hufwachstum zu fördern, damit das ausgebrochene und spröde Horn schneller herauswächst.
(Siehe Kapitel "Wie fördere ich das Hufwachstum, und wie hält man sie auf Dauer gesund?")
Wie behandelt man einen faulen Strahl?
Ursache: Wie auch im vorigen Kapitel erwähnt, ist auch hier der Hauptgrund die falsche Pferdehaltung. Die Jauche greift zuerst die Weichteile des Hufes an, bevor sie zu den Harthornteilen (Hornwand) übergeht.
Symthome: Der Strahl ist faulig, weich und begleitet von einem üblen Geruch. Bei fortgeschrittener Strahlfäule kann das Pferd lahmen.
Behandlung: Als Vorbeugung sollte man die Einstreu anändern oder zumindest extrem trocken halten. Außerdem sollten die Strahlfurchen mit einem Hufkratzer täglich gereinigt und eingeölt werden.
Bei aufgetretener Strahlfäule sollte der Huf natürlich auch extrem trocken gehalten und mit Spezialpflegemitteln behandelt werden.
Achtung: Strahlfäule kann im Extremfall zu Strahlkrebs ausarten und im Endstadium Hornwand und Sohle angreifen.
Strahlkrebsbehandlungen sind langwierig, teuer, meist erfolglos und führen oft trotzdem zur Schlachtung des Pferdes.
Also lieber Vorbeugen als hohe Tierarztkosten!
Wie entsteht ein Hufgeschwür?
Unter dem Begriff Hufgeschwür versteht man auch "eitrige Huflederhautentzündung", "Hufabzeß"
Ursache: Das Hufgeschwür entsteht durch Vernagelung, Nageltritte, zu enge oder schlecht ansetzende Eisen sowie durch kleine Steinchen oder andere kleine Fremdkörper, die eine Verletzung der Huflederhaut herbeiführen.
Weiche und flache Hufe, in denen Fremdkörper schneller eindringen können, sind anfälliger für Hufgeschwüre.
Symthome:
- hochgradige Lahmheit
- Pulsation der Mittelfußaterie
- reagiert empfindlich auf das abtasten mit der Hufuntersuchungszange
Behandlung:
Ein Tierarzt oder Hufschmied sollte hinzugezogen werden. Sie werden den Entzündungspunkt feststellen und durch einen trichterförmigen Einschnitt in den Huf, die dunkle Eiterflüssigkeit abfließen lassen. Anschließend sollte der Huf in eine Desinfektionslösung eingepackt werden. Außerdem sollte man auf genügend Tetanusschutz achten.
Einpacken in eine Desinfektionslösung z.B.:
Mit Rivanol - Tabletten - Pulver
- Rivanoltabletten in leicht warmen Wasser auflösen
- Ein Stück Watte mit dieser Rivanollösung tränken und auf den trichterförmigen Einschnitt aufdrücken.
- Danach mit einer alten aber sauberen Bandage, durch kreuzförmiges Umwickeln des Hufes, die rivanoldurchtränkte Watte anbringen
Besonderer Hinweis:
Bei Pferden, die häufiger im Sägespäne-Einstreu stehen, tritt das "Hufgeschwür" öfter auf. Diese Einstreu weicht den Huf besonders stark auf, und fördert somit das Eindringen von Fremdkörpern.
Achtung:
Es ist wichtig, dass das Hufgeschwür (Hufabzeß) rechtzeitig behandelt wird, da die Entzündung am Kronrand ausbrechen kann und dort meistens Langzeitschäden verursacht.
Hufrehe
Die Hufrehe (Laminitis) ist eine Pferdekrankheit und bezeichnet eine aseptische (nicht durch Infektionserreger bedingte) Entzündung der Huflederhaut beim Pferd, wobei sich die Hufkapsel von der Lederhaut ablöst. Die akute Hufrehe ist ein Notfall und bedarf der sofortigen Behandlung; in Extremfällen kann es zum „Ausschuhen“ kommen. Die chronische Rehe kann zu einer Hufbeinrotation führen.
Ursachen
Eine Hufrehe kann durch mehrere Ursachen bedingt sein. Ihnen ist gemeinsam, dass sie zu einer Störung der Mikrozirkulation des Blutes im Bereich der Huflederhaut führen.
Die Belastungsrehe entsteht durch Überbelastung des Hufes. Sie wird vor allem durch langes Laufen auf harten Böden ausgelöst („Marschrehe“) oder durch Überlastung eines Hufes z. B. nach der Ruhigstellung des gegenüber liegenden Beines. Auch lange Stallphasen können aufgrund der dadurch ausgelösten Störung der Blutzirkulation zu einer Rehe führen („Stallrehe“).
Die Futterrehe ist die am weitesten verbreitete Hufrehe und wird durch falsche Fütterung verursacht. Eine kohlenhydratreiche Nahrung fördert das Entstehen von Stoffwechselstörungen. Strukturlose, kohlenhydratreiche Futtermittel (z. B. Getreide) führen zu einer explosionsartigen Vermehrung der Streptokokken (kohlenhydratspaltenden Bakterien) im Dickdarm und zu einer massiven Freisetzung von Milchsäure. Diese verursacht ein Massensterben der rohfaserverdauenden Bakterien und eine Freisetzung von Giftstoffen (Endotoxine) und eine Übersäuerung im gesamten Organismus. Ähnlich können bei der Rehe durch Wasseraufnahme durch Aufnahme größerer Mengen kalten Wassers vermutlich die Darmflora geschädigt und Endotoxine freigesetzt werden.
Eine Geburtsrehe kann durch Verbleiben von Kleinstteilen der Nachgeburt in der Gebärmutter entstehen. Hierbei kommt es zu einer bakteriellen Zersetzung und der Aufnahme von Endotoxinen in die Blutbahn.
Bei der Vergiftungsrehe werden im Darm ähnliche Vorgänge wie bei der Futterrehe ausgelöst. Vergiftungen können entstehen bei Aufnahme von Giftpflanzen wie z. B. Wicken, Robinie, Rizinus und Eicheln sowie durch Herbizide, Fungizide, Pestizide, Schimmelpilze, Pilzsporen und Schlangenbiss. Gelegentlich sind aber auch Impfungen und Wurmkuren die Auslöser einer Vergiftungsrehe, wenn ein massiver Parasitenbefall vorlag und große Parasitenzahlen absterben. Hier besteht eine Inkubationszeit von 2 bis 21 Tagen.
Bestimmte Medikamente können die Ursache für eine Medikamentenrehe sein. Unter besonderem Verdacht stehen Cortisonpräparate.
Eine Rehe kann auch als Folge- oder Begleitkrankheit beim Cushing-Syndrom, Schilddrüsenerkrankungen, Zyklusstörungen der Stute (Dauerrosse oder ausbleibende Rosse), Koliken (Vergiftung durch Dickdarmgärung) und Darmentzündung infolge von Durchfallerkrankungen sowie als Folge einer Hyperlipidämie (erhöhte Blutfette) oder Kreuzverschlags entstehen. Auch Strom- oder Blitzschlag können eine lokale Entzündung und damit eine Rehe hervorrufen.
Pathogenese
Im Huf kommt es pathogenetisch zu einer Entzündung, bei der es zu einer lokalen Durchblutungsstörung mit Austritt von Gewebsflüssigkeit und festen Bestandteilen (Blutkörperchen) aus den Blutgefäßen der Lederhautblättchen kommt. Es kommt zu einer Ödembildung und Schwellung. Dieser Flüssigkeitsaustritt verursacht durch die fehlende Ausdehnungsmöglichkeit im Huf hochgradige Schmerzen. Darüber hinaus fördert der Flüssigkeitsaustritt den Ablösungsprozess der reißverschlussartig ineinander greifenden Lederhautblättchen (innen) von den Oberhautblättchen (außen).
In der Frühphase führt eine Adrenalinausschüttung zu einer Verengung der Arteriolen mit einer (nur wenige Sekunden bis Minuten dauernden) Minderdurchblutung. In der 2. Phase löst sich der Arteriolenspasmus unter dem Einfluss des vegetativen Nervensystems, woraus eine lokale Blutfülle (Hyperämie) resultiert. Schließlich führen sog. Mediatoren zur Verengung der Venolen mit Blutstau (Stase), die mit Sludge-Phänomen, Thrombozytenaggregation, Thrombose, Permeabilitätsstörung und Exsudation einhergeht.
Bei Bestehen einer Entzündung über 48 Stunden spricht man von chronischer Rehe. Folgen können ein Absinken des Hufbeins in die Kapsel, eine Rotation des Hufes um das Hufgelenk, wobei die Hufbeinspitze zum Boden hin tendiert, oder die Kombination der beiden Varianten sein.
Bei schwerer Rehe übt die Hufbeinspitze starken Druck auf die Sohle aus. Die Hufbeinspitze weicht dem Druck von unten aus indem sie sich verformt („Skispitze“) bzw. in dem sich Knochensubstanz abbaut. In noch schwereren Fällen bricht die Hufbeinspitze durch die Sohle (Hufbeindurchbruch).
Das Endstadium bildet das Ausschuhen, bei dem sich die Hufkapsel komplett ablöst. Von der Mehrheit der Tierärzte wird in diesem Stadium ein Erlösen des Tieres angeraten. Auch hier ist Heilung theoretisch möglich. Bei der herkömmlichen Behandlung muss das Pferd jedoch dazu bis zu 2 Jahre seines Lebens überwiegend liegend und hängend verbringen. Der Erfolg der Therapie kann nicht garantiert werden.
Symptome
Zu Beginn ist ein eher kühlerer Huf als im Normalzustand feststellbar. Da dieser Zustand nur im Minutenbereich liegt, wird dieses erste Symptom jedoch nur selten bemerkt. Wenn bereits eine Entzündung eingetreten ist, wird ein wärmerer Huf beobachtet. Der Kronrand ist leicht geschwollen. Die Pferde zeigen einen klammen, verhaltenen Gang, d. h. die Schritte werden kurz und flach, später steif. Die Steifigkeit der Bewegungen wird beim engen Wenden des Pferdes besonders deutlich. Eine erhöhte Pulsation der Zehenarterien kann an der Hinterseite des Fesselkopfs ertastet werden. Beim Abtasten der Sohle mit der Hufuntersuchungszange zeigt sich eine erhöhte Schmerzhaftigkeit.
Sind alle vier Beine oder nur die Vorderbeine von der Rehe betroffen, stellt das Pferd die Hinterbeine nach vorn unter den Bauch und verlagert das Gewicht auf die Hinterhand und auf die Trachten (Ballenfußung). Sind die Hinterbeine erkrankt, bringt das Pferd die Vorderbeine weit nach hinten unter den Bauch, senkt als Gegengewicht den Kopf und belastet die Hinterhufe abwechselnd. Ist nur ein Bein betroffen wird es dieses hochhalten.
Als Zeichen der Allgemeinstörung kommt es zu einer Erhöhung der Atem- (normal 8-16/min in Ruhe) und Pulsfrequenz (normal 30-44 pro Minute), eventuell tritt Fieber (>38,4°C) auf. Weitere Anzeichen sind häufiges Liegen, Schmerzen, Angstzustände und Unruhe.
Die akute Hufrehe wird nach einem Vierstufenmodel eingeteilt:
Grad 1: In der Ruhe hebt das Pferd die Hufe ständig abwechselnd. Im Schritt ist keine Lahmheit zu erkennen, im Trab ist der Gang kurz und steif.
Grad 2: Die Pferde gehen im Schritt zwar willig, aber steif vorwärts. Das Aufheben eines Fußes ist ohne Schwierigkeiten möglich.
Grad 3: Das Pferd bewegt sich äußerst widerwillig und wehrt sich heftig gegen den Versuch, einen Fuß aufzuheben.
Grad 4: Das Pferd weigert sich, sich zu bewegen. Es ist nur durch Zwang zum Laufen zu bringen. Eventuell wird auch das Fressen durch zu große Schmerzen eingestellt.
Sofortmaßnahmen
Die sofortige Verständigung eines Tierarztes, bei leichteren Formen eines Hufschmieds, Hufpflegers oder Hufheilpraktikers hat bei der Rehe oberste Priorität.
Ideal ist das sofortige und anhaltende Kühlen der befallenen Hufe mit sehr kaltem Wasser. Zur Not können die Hufe auch in einen Eimer mit kaltem Wasser gestellt werden. Eine Kühlung der Hufe trägt dazu bei, den Entzündungsprozess zu hemmen und lindert den Schmerz. Nach Absprache mit dem Tierarzt kann, falls dessen Eintreffen durch andere Notfälle noch mehrere Stunden dauert, Acetylsalicylsäure verabreicht werden.
Eine sofortige Futterumstellung ist bei allen Arten der Rehe, also nicht nur bei der Futterrehe, zu empfehlen. Es sollte nur Heu und Stroh, eventuell ergänzt durch mäßige Gaben von Äpfeln und Möhren verfüttert werden. In der Akutphase der Rehe und zur Prophylaxe empfiehlt es sich, Rauhfutter mit niedrigem Futterwert (geringe Eiweiß- und Fruktankonzentration, z. B. Haferstroh und abgelagertes Heu) als Hauptnahrungsmittel einzusetzen oder die Heugabe zu verringern und durch Stroh zu ersetzen. Hochtragende (9. bis 11. Monat) und säugende Stuten sollten, da sie einen erhöhten Energiebedarf haben, fettreiche Zusatzfuttermittel erhalten, da diese das Rehegeschehen nach neuesten Erkenntnissen nicht bedingen. Dem Enzym Bromelain (in Kiwis und Ananas) wird ebenfalls eine Schutzfunktion zugeschrieben.
Das Pferd sollte, wenn möglich, auf einen weichen Untergrund gestellt und Stress unbedingt vermieden werden. Falls ein Transport notwendig ist, können die Hufe mit Schwämmen oder Verbänden abgepolstert werden.
Therapie durch den Tierarzt
Bei der akuten Rehe stehen Durchblutungsförderung und Schmerztherapie im Vordergrund. Hier werden zum Beispiel Acepromazin, Heparin (kann nachweislich die Entstehung von Rehe verhindern), Ginkgo biloba und Acetylsalicylsäure eingesetzt. Diuretika können im Frühstadium durch Entwässern Ödeme reduzieren. Begleitend können entgiftende (Lebertherapeutika) und nierenanregende Substanzen sowie homöopathische Mittel verabreicht werden.
Chronische Reheformen bedürfen der Abklärung der Veränderungen durch Röntgen- oder computertomographische Aufnahmen.
Rehegipse
Es gibt drei Typen von Rehegipsen. Der Sinn liegt in der völligen Entlastung der schmerzenden, geschädigten Zehe durch Gewichtsverlagerung auf den Trachtenbereich und der Entgegenwirkung des Zugs der tiefen Beugesehne, um die damit verbundene Drehung des Hufbeins zu verhindern oder aufzuhalten.
Der untere Rehegips wird ausschließlich auf den Huf bei leichter Rehe aufgebracht, mit den oben beschriebenen Vorteilen. Er kann problemlos direkt zur Soforttherapie im Stall angebracht werden.
Der mittlere Rehegips zieht bereits den Fesselkopf zum Tragen der Körperlast heran. Dabei wird zur unteren Unterstützung des Hufes der Gips um den gesamten Huf bis hinauf zum Fesselkopf verlegt.
Der hohe Rehegips wird bei noch schwereren Reheveränderungen nötig. Dieser wird bis unterhalb des Vorderfußwurzelgelenkes angebracht, um eine bessere Verteilung der Traglast zu erreichen. Der mittlere und hohe Rehegips können und sollen nur unter Klinikbedingungen angebracht werden, da dies eine schwierige, absolute Genauigkeit und eine Aufhängevorrichtung oder mehrere starke Aufhalter und sofort erreichbares Spezialwerkzeug zum eventuellen Abnehmen des nicht korrekt sitzenden Gipses nötig macht.
Rehegipse stellen hohe Anforderungen an alle Beteiligten. Druckveränderungen unter der Sohle können unbemerkt und unversorgt bleiben, Scheuerstellen mit Infektionsgefahr können durch den Gips verursacht werden und das absolut wichtige Kühlen der Zehe ist so nicht oder nur schwer möglich. Zudem entsteht eine zusätzliche Verletzungsgefahr durch Stolpern. Außerdem soll die Struktur eines Rehegipses besonders beim mittleren und hohen Rehegips überfordert werden, denn er nimmt das Gesamtgewicht des Pferdes auf und besitzt nach kurzer Zeit nicht mehr die stützende Funktion in der gewünschten Form.
Aderlass und Blutegeltherapie
Beim Aderlass werden Mengen von 5-10 Liter Blut abgenommen, die abhängig von Größe und Gewicht des Pferdes sind. Allerdings wird die Blutabnahme in der Regel an der mengenmäßigen Untergrenze gehalten, um das Risiko eines Kreislaufkollapses zu vermeiden. Der Zweck dieser für das Pferd nicht angenehmen Prozedur ist die Reduzierung von Giftstoffen und festen Blutbestandteilen. Die entnommene Menge an Blut kann durch eine Elektrolytlösung oder physiologische Kochsalzlösung ersetzt werden.
Ein sogenanntes ganzheitliches Verfahren zur Behandlung der Rehe ist die lokale Anwendung von Blutegeln.
Behandlung durch verschiedene Hufbearbeiter (Hufschmied, Hufpfleger, Huforthopäde, Huftechniker, Hufheilpraktiker)
Der Hufschmied übernimmt das Abnehmen der Eisen, falls dies durchführbar ist, die Herstellung einer „schwebenden Zehe“, das Kürzen bzw. Erhöhen der Trachten, das Einfräsen von Dehnungsfugen, die Anfertigung einer punktuellen Bohrung, das Entfernen des Narbenhorns und die Anbringung eines Rehebeschlages.
Kürzen oder Erhöhen der Trachten
Dies ist eines der größten Streitthemen in Bezug auf Hufrehe. Die Einen fordern das sofortige Hochstellen der Trachten ab der Akutphase bis zur vollständigen Ausheilung. Die Anderen plädieren für ein Kürzen der Trachten in mehr oder minder starkem Maße.
Für eine Trachtenerhöhung spricht, dass der Zug der tiefen Beugesehne vermindert und die Belastung in die weniger erkrankten Gefäß- und Wandlederhautbereiche der Trachten verlagert wird. Gegner der Trachtenerhöhung führen die Richtungsänderung der Hufbeinspitze nach unten, eine erhöhte Belastung des Aufhängeapparats und Hufbeinträgers und den reduzierten Hufmechanismus und die damit herabgesetzte Durchblutung des Hufes an.
Für eine Trachtenkürzung spricht die Gewichtsverlagerung auf die Trachten, die dem natürlichen Verhalten eines Rehepferdes entgegenkommt und deren korrekte anatomische Form aus den vom Menschen unbehandelten Pferdehufen wildlebender Pferde abgeleitet werden kann. Die Kürzung der Trachten führt zu einem bodenparalleleren Hufbein, die Gewichtsverlagerung auf die gekürzten Trachten verstärkt den Hufmechanismus und fördert so die bessere Durchblutung und Heilung der erkrankten Huflederhaut.
Keile
Die Verwendung von Keilen ist umstritten, sie weisen eine Reihe von Nachteilen auf.
Sogenannte Aufschweißkeile führen zur Gewichtssteigerung des Beschlages speziell im Trachtenbereich und bewirken somit oft eine deutliche Tendenz zur Trachtenfußung. Allerdings erhöhen sie den punktuellen Druck auf die Trachten bei Belastung und die Verformung derselben (untergeschobene Trachten).
Einlegekeile haben ebenfalls negative Auswirkungen. Die nachwachsenden Trachten drücken sich in den Plastikkeil ein. Das Einsinken der Trachten in das Keilmaterial ist eine mechanische Bremse für den Hufmechanismus. Vor allem bei harten Hornqualitäten können Zusammenhangstrennungen des Hornes wie Spalten, hohle und lose Wände auftreten.
Beim Ausschneiden eines Rehehufes sind umfangreiche Korrekturmaßnahmen erforderlich, überschüssiges Hufhorn muss entfernt werden. Das Ziel der dorsalen Hufwandresektion ist, das Wachstum des neugebildeten Horns so nah wie möglich parallel zum Hufbein wachsen zu lassen.
Die „schwebende“ Zehe
Während des Heilungsprozesses sollte die Belastung der geschädigten Zehe vermieden werden. Am einfachsten ist dies zu erreichen, indem die vordere Zehenwand im rechten Winkel abgenommen wird. Dies kann auch durch ein an dieser Stelle Luft lassendes Eisen geschehen, nicht aber durch verkehrt herum aufgenagelte Eisen. Als Mindestmaß gelten 3 mm Schwebe, 5 mm sind ideal.
Dehnungsfugen und punktuelle Bohrungen
Beide Methoden, das Einfräsen von Dehnungsfugen (zwei Fugen die von ca. 1 cm unterhalb des Kronrandes bis zur Sohle reichen) und die punktuelle Bohrung (Einfräsung eines Loches unterhalb des Kronrandes) dienen der Druckminderung. Das Horn wird bis an die Lederhaut heran entfernt, und gegebenenfalls mit einer sterilen Kanüle angestochen. Dadurch kann die angestaute Flüssigkeit entweichen, es tritt sofort eine Schmerzlinderung ein und das Lösen der Verzahnung zwischen Lederhaut- und Oberhautblättchen wird reduziert.
Barhufbearbeitung nach Straßer
Die in der evidenzbasierten Medizin nicht anerkannte Methode der Hufbearbeitung nach Hiltrud Strasser führt die überwiegende Anzahl an Huferkrankungen, hierbei insbesondere zu nennen die Hufrehe, aber auch die Hufrollenentzündung, Lahmheiten „unklarer“ Genese, Stellungsfehler der Gelenke des Pferdebeines sowie diverse Stoffwechselerkrankungen der Equiden, in einer Vielzahl der Fälle auf eine anatomisch nicht korrekte Hufform sowie die negativen Folgen des Hufbeschlags zurück.
Die Therapie der Hufrehe nach Straßer erfolgt durch den Versuch des Wiederherstellens einer guten Nährstoffversorgung der Huflederhaut durch Abnahme des Hufeisens sowie anatomisch korrekten Ausschnitt des Hufes, welcher den Hufmechanismus wieder ermöglichen und somit der Heilung des geschädigten Gewebes dienen soll. Die Verwendung von Schmerzmitteln wird in den allermeisten Fällen als nicht zweckdienlich erachtet, da diese ebenfalls zu verminderter Durchblutung führen und außerdem den körpereigenen Schmerzregelkreis ausschalten, so dass das neu gebildete Gewebe sofort wieder überlastet wird. Im Gegensatz zur üblichen veterinärmedizinischen Therapie der Boxenruhe gehört die freie Bewegung des rehekranken Pferdes zur Therapie, da diese als unabdingbare Voraussetzung eines erfolgreichen Heilungsprozesses angesehen wird.
Rehebeschlag
Bei Rehebeschlag werden verschiedene Formen von Hufeisen verwendet. Alternativ können Kunststoffbeschlag, Klebeschuhe, Kunsthorn oder anschnallbare Hufschuhe verwendet werden.
Bewegung rehekranker Pferde
Befürworter führen die durchblutungsfördernde Wirkung der Bewegung unter Herdenzwang durch Artgenossen an. Auch die Zwangsbewegung von jeweils 10 Minuten pro Stunde auf weichem Boden im Schritt während der ersten 24 Stunden, wird in manchen Werken empfohlen. Die Gegner warnen jedoch vor der mechanischen Einwirkung auf den ohnehin geschädigten Aufhängeapparat und der daraus resultierenden irreparablen Schäden. Auch wird die natürliche Schutzfunktion des Schmerzes angeführt, aufgrund derer ja gezielt verhindert werden soll, dass das Pferd den Huf belastet. Die Mehrheit der hufrehebehandelnden Tierärzte fordert ein absolutes Ruhigstellen von Anfang an.
Heilungschancen
Die Heilungschancen sind immer vom Grad der Erkrankung abhängig, eine umfassende Untersuchung durch einen Tierarzt ist also unabdingbar. Das Alter, Begleiterscheinungen, Vor- und Zusatzerkrankungen, das Gangvermögen vor und nach der Reheerkrankung, spielen ebenfalls eine Rolle. Gegebenenfalls kann man sich durch das Einholen einer Zweitmeinung zusätzliche Sicherheit verschaffen. Auch ein Hufschmied, der auf diesem Gebiet Erfahrung besitzt, ist ein guter Ansprechpartner.
Das Narbenhorn, als Verbreiterung der weißen Linie, bildet bei durchstandener Hufrehe einen lamellären Keil zwischen Lederhaut und der Hufaußenwand. Wird diese Verbreiterung nach und nach schmäler, heißt dass, der lamelläre Keil wächst heraus und das Hufbein nimmt wieder annähernd seine ursprüngliche (unrotierte) Position ein. Bei schwerer Rehe sinkt das Hufbein soweit in die Hufkapsel ab, dass starker Druck auf die Sohle ausgeübt wird. Dies führt dann zu einer Wölbung der Sohle nach unten (Vollhuf).
Anhand sogenannter „Reheringe“ können Krankheitsbeginn und weiterer Verlauf bestimmt werden. Der Krankheitsbeginn wird als ausgedehnte Rinne sichtbar, das Horn darüber, das sonst in parallel zueinander stehenden Ringen herunterwächst läuft nun im Bereich der Trachten auseinander. Ist die Rehe überstanden wird dies auch an wieder normal herunterwachsenden Ringen erkennbar. Dies geschieht jedoch nur, wenn eine umfassende, kontinuierliche Therapie vollzogen wird.
Bei einer Hufbeinrotation von bis zu 5,5° ist eine normale Einsatzfähigkeit des Pferdes sehr wahrscheinlich, bei einer Rotation von 5,5-11,5° ist dies nicht mehr so sicher und bei einer Rotation von über 12° erscheint ein zukünftiger Einsatz als Reitpferd als unwahrscheinlich.
Die Hufheilpraktiker nach Hiltrud Strasser machen die Frage der Prognose für ein rehekrankes Pferd (und damit die Frage nach der späteren Reitbarkeit) nicht so sehr vom Grad der Hufbeinrotation, sondern von den Veränderungen im Lebensumfeld des Pferdes nach Auftreten der Rehe abhängig. Nach dieser schulmedizinisch nicht anerkannten Methode soll möglich sein, ein gesenktes oder im zweiten und dritten Grad rotiertes Hufbein wieder mit einer gesunden und stabilen Aufhängung am Wandhorn zu verankern, wenn die negativen Umweltfaktoren im Lebensraum des Pferdes beseitigt werden. Hierzu zählen: Hufbeschlag jeglicher Art (auch Rehebeschläge), hohe Trachten und nicht-bodenparalleles Hufbein, fehlende Herdenhaltung, mangelnde Bewegungsanreize, Boxenaufbewahrung. Der Heilungsprozess kann sich in Abhängigkeit von der Vorschädigung und des Krankheitsverlaufes über Monate und ggf. Jahre hinziehen, ein vollständiges Ausheilen der Erkrankung ist bei entsprechend konsequentem Verhalten des Besitzers und regelmäßigen Korrekturen des erkrankten Hufes mit guter Prognose möglich. Die Schulmedizin geht jedoch davon aus, dass ein rehekrankes Pferd aufgrund der Schmerzen in der Huflederhaut nicht normal auffußt und dadurch selbst zu einer Verschlimmerung der Erkrankung beiträgt.
Wie fördert man das Wachstum der Hufe, und wie hält man sie auf Dauer gesund?
Wodurch wird das Wachstum der Hufe beeinflußt?
- Gut funktionierender Hufmechanismus
- Bewegungsmöglichkeiten
- Durch die Einstreu
- Futter
- Den richtigen Hufbeschlag
- Jahreszeiten
Hufmechanismus
Ein gut funktionierender Hufmechanismus ist Grundvoraussetzung für das Hufwachstum und wird durch Einhaltung, der hier im Buch aufgeführten Ratschläge erhalten.
Bewegungsmöglichkeiten: Das Wachstum des Hufhorns hängt von der Durchblutung der Hufe ab. Gute Durchblutung = stärkeres Wachstum der Hufe. Durch ausreichende Bewegung, durch Reiten und Offenstallung wird die Durchblutung der Hufe gesteigert, und somit das Wachstum gefördert.
Einstreu
Wie wir in den vorherigen Kapiteln festgestellt haben, hängt die Hornqualität stark von der Einstreu ab. Ist die Hornqualität geschädigt, kann der Hufmechanismus (Blutpumpe) nicht mehr optimal arbeiten und erzwingt somit ein gemindertes Hufwachstum. Schlechte Hornqualität = gestörter Hufmechanismus = gemindertes Hufwachstum
Zusätzlicher Hinweis: Besonders durch die Sägespan-Einstreu wird das Wachstum gemindert, ja es hat sogar manchmal den Anschein eines Wachstumstillstandes.
Vorschlag: Einstreu abändern, Stroh oder Stallmatten verwenden.
Futter
Vom Futter ist nicht nur das allgemeine Befinden des Pferdes abhängig, sondern auch das Hufwachstum und die Hufqualität. Die eintönige Fütterung der Pferde mit Hafer, Heu und Stroh ist unzureichend. Das Pferd ist ein Säugetier und braucht: Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett, sowie Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente.
Normaler Hafer (Kraft) ist zwar reich an Eiweiß und Kohlenhydrate, jedoch enthält er zuwenig Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente.
Um dieses auszugleichen, sollte man zusätzlich Ernährungsfutter, wie z.B. Weizenkleie, Zuckerrübenschnitzel, Melasse und Gerstenmehl hinzufüttern.nBei der Fütterung von Raufutter (Heu und Stroh), sollte auf gute Qualität geachtet werden. Das auf dem Boden liegende und vom Regen ausgelaugte Heu, ist für das Pferd wertlos. Empfohlene Standardrationen zur Gesunderhaltung des Pferdes, wie auch zur Aufrechterhaltung der Hufhornqualität.
Pferdetyp
Warmblüter, eine Stunde Arbeit pro Tag, Körpergewicht 650 kg
4 - 5 kg Hafer (gemischt mit Ernährungsfutter)
5 - 6 kg Qualitätsheu
5 - 6 kg Stroh
Hufbeschlag
Probleme, wie ständiges Stolpern, Streichen und chronische Lahmheit, sind meistens Symptome für nichtfachmännisch ausgeführten Hufbeschlag. Bei der Auswahl Ihres Hufschmiedes seien sie kritisch und genau..Versuchen Sie durch Erfahrungsaustausch mit anderen Reitsportfreunden, den richtigen, qualitativ guten Hufschmied zu finden. Denn durch nicht sachgemäß ausgeführten Hufbeschlag entstehen die meisten Erkrankungen,. wie Hufrollenentzündung, Sehnenprobleme, Hufknorpelverknöcherung, Rückenprobleme, usw. Lassen Sie Ihr Pferd regelmäßig, d.h. jede 6 - 8 Wochen, von einem Hufschmied ihres Vertrauens behandeln.
Jahreszeiten: Das Wachstum der Hufe ist von der Jahreszeit abhängig. Im Sommer wachsen die Hufe schneller und im Winter langsamer. Dieses ist bedingt durch den Energieaufwand im Winter zum Schutz vor Kälte, sowie durch mehr Bewegung und Bewegungsmöglichkeiten im Sommer. Wie kann ich das Wachstum der Hufe zusätzlich fördern?
- Durch Spezialfuttermittel
- Durch Spezialpflegemittel
Warum ist ein gesunder Huf so wichtig?
Hufe sind hoch spezialisierte Organe mit mehreren Funktionen. Zum einen wirken sie als Stoßdämpfer und zum anderen als Blutpumpe. Durch einen gut funktionierenden Hufmechanismus fördern wir diese Eigenschaften. Der Hufmechanismus funktioniert so, dass bei Belastung die Vorderwand des Hufes minimal in Richtung Hufmitte einsinkt, wobei die untere vordere Hälfte fast bewegungslos bleibt, während die hinteren Wandabschnitte (Trachtenbereich) sich von der weitesten Stelle erweitert.Dieses ständige Spreizen (Belastung) und Zusammenziehen (Entlastung) wirkt als Blutpumpe und ist unersetzlich, da der Huf mit einem Geflecht von Blutgefäßen versorgt ist. Das heißt, an der am weitesten vom Herzen entferntesten Stelle des Körpers befindet sich eine Menge Blut, welches wieder hoch zurück in den Rumpf gelangen muß. Außerdem entsteht durch den Hufmechanismus und der Beschaffenheit des Hufhorns eine Federwirkung, die das Gewicht des Pferdes beim Auffußen auffängt.
Wichtig
Bei defekten Hufen, wie zum Beispiel das Ausbrechen der Hornwand, rissige Hufe, verkümmerter Strahl, kann dieser Hufmechanismus nicht mehr optimal funktionieren, was viele Folgeschäden beinhaltet.
Folgeschäden wären zum Beispiel: Huflederhautentzündung oder mangelnder Nährstofftransport (gemindertes Hufwachstum). Durch den gestörten Stoßdämpfereffekt werden Sehnen und Gelenke mehr belastet.
Zusammengefasst kann man sagen: Schlechte Hufpflege - geschädigter Huf - gestörte Huffunktionen - hohe Verschleißerscheinungen = hohe Tierarztkosten!


